Kieferorthopädie für Kinder und Jugendliche

Gesunde Zähne von Anfang an

Sie vermuten eine Zahnfehlstellung bei Ihrem Kind? Ihr Kinderarzt oder Zahnarzt rät zu einem Kontrolltermin beim Kieferorthopäden?

Unseren Kindern und Jugendlichen widmen wir ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit und Fürsorge, da Sie oft für einen längeren Zeitraum bei uns behandelt werden. Auf ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, (kleinen) Patienten und den Eltern legen wir größten Wert.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für einen Termin beim Kieferorthopäden?

Das richtige Timing ist wichtig. Wir empfehlen bereits beim Schneidezahnwechsel (also im Alter von 7-9 Jahren) einen ersten Besuch beim Kieferorthopäden, denn während sich Zähne bis ins hohe Alter problemlos verschieben lassen ist eine Korrektur des Bisses, also der Kieferlage nur im Jugendalter durchführbar. In extremen Fällen, z.B. bei starken Überbissen, kann die Behandlung aber schon früher sinnvoll sein.

Dauer der Behandlung

Die von den gesetzlichen Kassen getragenen Frühbehandlungen müssen nach anderthalb Jahren bereits abgeschlossen sein. Falls erforderlich kann der Behandlungszeitraum auch verlängert werden.
Die Behandlungsdauer richtet sich ganz nach der Schwere der Fehlstellung und dem Umfang der geplanten Maßnahmen. Sie variiert daher zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren. Wir sind jedoch insbesondere bei der Verwendung festsitzender Apparaturen in der Lage die Behandlungszeit durch den Einsatz moderner Bracketsysteme und weiterer Maßnahmen wesentlich zu verkürzen. Sprechen Sie uns darauf an.

Kieferorthopädie für Erwachsene

Eine individuell auf Sie abgestimmte Beratung und Behandlung, Modernste Techniken, ständige fachliche Fortbildungen für unser Team und ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem auf das Sie sich verlassen können.

Sie leiden unter einer Zahnfehlstellung, einem unsymmetrischen Profil oder Sprachstörungen? Sie haben ungeklärte Verspannungen oder Kopfschmerzen? Ihr Hausarzt oder Zahnarzt rät zu einem Besuch beim Kieferorthopäden?

Unsere Zähne haben eine sehr eindrucksvolle Stellung in unserem Leben. Sie beeinflussen nicht nur die Harmonie unseres Gesichtes sondern auch die Gesundheit des gesamten Körpers. Sie prägen unsere Sprache, die persönliche Ausstrahlung und daher den Gesamteindruck eines Menschen.
Leider ist längst nicht jeder von Natur aus mit einem perfekten Gebiss gesegnet. Hilfe schafft die Kieferorthopädie (KFO), die zu gesunden Zähnen und einem strahlenden Lächeln verhelfen kann – in jedem Alter. Dazu bedarf es allerdings einiges mehr als Zahnspangen oder –klammern:

Die KFO ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen befasst. Vor dem schönen Aussehen gerade stehender Zähne geht es vor allem um die Erhaltung und Wiederherstellung wichtiger gesundheitlicher Faktoren. Ziel der Kieferorthopädischen Behandlung ist ein Optimum an Ästhetik, vor allem aber eine regelrechte Gebissfunktion.

Gern informieren wir Sie über die Möglichkeiten der modernen Erwachsenbehandlung in unserer Kieferorthopädischen Fachpraxis in Kaufbeuren.

Um ein persönliches und unverbindliches Beratungsgespräch zu vereinbaren wählen Sie: 08341-90330 oder kontaktieren Sie uns über unsere Kontaktmaske.

Bitte denken Sie bei Ihrem ersten Gesprächstermin an möglicherweise vorhandene alte Röntgenbilder oder Modelle. Sollten Sie es wünschen, holen wir diese aber auch gern stellvertretend für Sie bei Ihrem Haus- oder Zahnarzt ein.

Wir bitten alle Neupatienten einen Anmeldebogen auszufüllen. Diesen können sie bereits jetzt bequem von zu Hause ausdrucken und ausfüllen. Ausgefüllt senden sie den Anmeldebogen an unsere Adresse, faxen Ihn uns vorab zu oder bringen ihn zum ersten Behandlungstermin mit.

Kieferfehlstellungen (Dysgnathien)

Funktionsstörungen auf Grund von Kieferfehlstellungen können isoliert oder in Kombination miteinander auftreten.

Regelbiss

Im Regelbiss (Neutralbiss, Angle Klasse I) sind die Zähne gut miteinander verzahnt, die Unterkieferzähne beißen nur 1-2mm hinter die Oberkieferzähne. Alle Zähne haben miteinander Kontakt. Der Regelbiss kann mit einem Engstand, mit Lücken oder einer Protrusion der Zähne verbunden sein.

Deckbiss / Angle Klasse II, Div. 2

Der Deckbiss ist eine Form des Rückbisses, bei dem typischerweise ein Teil der Oberkiefer-Frontzähne nach hinten und ein Teil nach vorne kippen.

Vorbiss / Angle Klasse III

Bei diesem relativ seltenen Fall des Fehlbisses ist der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer zu lang (Mandibuläre Prognathie), oder aber der Oberkiefer ist im Verhältnis zum Unterkiefer zu klein (Maxilläre Retrognathie). Die unteren Schneidezähne beißen über die oberen Schneidezähne.

Mögliche Folgen:

  • Durch die Stellung der Schneidezähne ist das Abbeißen und Kauen beeinträchtigt.
  • Die Fehlstellung der beiden Kiefer belastet die Kiefergelenke und führt beispielsweise zu unphysiologischen Abnutzungen und Verkürzung der Schneidezähne.
  • Ein Vorbiss wirkt sich meist negativ auf die Gesichtsform und das Profil aus.
  • Es kann zu Zwangsbissen kommen.

Protrusion

Bei der Protrusion sind die Schneidezähne nach vorne gekippt. Bei Kindern kann eine Protrusion durch gewöhnliche Habits wie Daumenlutschen oder Zungenpressen gegen die Frontzähne entstehen. Bei Erwachsenen kann diese unerwünschte Zahnbewegung durch eine Paradontitis (Zahnfleischentzündung) hervorgerufen werden.

Mögliche Folgen:

  • Die Kauleistung kann stark beeinträchtigt werden.
  • Es kann zur Lückenbildung kommen.
  • Da die Zähne aus dem Knochen herauswandern, kommt es mit den Jahren zu sehr ausgeprägtem Zahnfleischrückgang.

Engstand

Bei einem Engstand finden die Zähne nicht genügend Platz. Daher wachsen sie nicht vollständig heraus oder verbleiben ganz im Kiefer. Sie können auch schief oder gedreht stehen.

Mögliche Folgen:

  • Durch einen primären und sekundären Engstand können Zähne an der falschen Stelle herauswachsen (verlagert sein) oder ganz im Kiefer verbleiben (retiniert sein)
  • Besonders häufig sind die Weisheitszähne, die oberen Eckzähne und die zweiten kleinen Backenzähne betroffen. Die entsprechenden Zähne können nicht zum Kauen genutzt werden. Außerdem können sie zu Schmerzen, Entzündungen und Schäden der Wurzeln der Nachbarzähne führen.
  • In jedem Fall wird durch den Engstand die Zahnpflege erschwert. Die Zahnzwischenräume sind durch Zahnbürste und Zahnseide kaum zu erreichen. An diesen Stellen entwickeln sich schnell Karies und Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis).
  • Ein Engstand, insbesondere im Frontzahnbereich, ist oft auch ein gravierendes ästhetisches Problem.

Rückbiss/ Distalbiss/Angle Klasse II

Beim Rückbiss liegt der Unterkiefer zu weit hinten und es entsteht eine große Stufe zwischen den unteren und oberen Scheidezähnen. Die Backenzähne passen nicht aufeinander.

Mögliche Folgen:

  • Die Schneidezähne des Unterkiefers wachsen nach oben in den Gaumen und können dort die zarte Gaumenschleimhaut verletzen.
  • Ein Lippenschluss ist oft nicht möglich. Dadurch fehlt der Schutz der Lippen über den Frontzähnen. Dazu kommt, dass die unteren Schneidezähne die oberen Schneidezähne im Fall eines Unfalls nicht ausreichend abstützen. Es kann daher bei einem Unfall (z.B. im Sport) schneller zu Verletzungen /Verlust der oberen Schneidezähne kommen.
  • Die Zahnbögen sind nicht optimal abgestützt, was sehr häufig dazu führt, dass die Zähne „aus der Reihe“ tanzen und einen Engstand hervorrufen.
  • Durch den Zahnengstand oder die verschachtelt stehenden Zähne kann das Kiefergelenk stark belastet oder auch überlastet werden, was in der Folge ein Knacken, Kiefersperre oder Kieferschmerzen auslösen kann.
  • Wenn die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine unregelmäßige Abnutzung der Zähne statt, die man an stark abgenutzten Zahnkronen erkennt.

Kreuzbiss

Bei einem Kreuzbiss beißen die Seitenzähne nicht korrekt aufeinander. Die Seitenzähne im Oberkiefer stehen zu weit nach innen (palatinal = in Richtung Gaumen) oder die Seitenzähne im Unterkiefer stehen zu weit nach außen (bukkal = in Richtung Wange). Die Unterkieferbackenzähne beißen also über die Oberkieferbackenzähne. Der Kreuzbiss kann einseitig, beidseitig oder auch an den Frontzähnen (Vorbiss) vorkommen.

Mögliche Folgen:

  • Der Oberkiefer kann in seinem Wachstum gehemmt werden.
  • Der Unterkiefer kann einseitig zur Seite des Kreuzbisses wachsen und ein "schiefes" Gesicht bedingen.
  • Sind die Schneidezähne betroffen, kann die Sprachentwicklung beeinträchtigt sein.
  • Da die Zähne nicht korrekt stehen, können sie übermäßig belastet werden und sich dadurch frühzeitig abnutzen.
  • Das Kiefergelenk auf der Seite des Kreuzbisses wird einseitig belastet. Das kann später zu Schmerzen und einer frühzeitigen Abnutzung des Gelenks führen.
  • Darüber hinaus ist oft die Kaufunktion beeinträchtigt.

Offener Biss

Beim offenen Biss haben die Zähne beim Aufeinanderbeißen keinen Kontakt. Im Extremfall berühren sich lediglich die hintersten Backenzähne. Zwischen den oberen und unteren Zahnreihen ist eine Lücke vorhanden. Man kann zwischen dem frontal offenen Biss im Bereich der Frontzähne und dem seitlich offenen Biss im Seitenzahnbereich unterscheiden.

Mögliche Folgen:

  • Die Abnutzung der wenigen Zähne, die Kontakt zueinander haben, ist bei Patienten mit unbehandelten offenen Bissen häufig bereits im jungen Erwachsenenalter erkennbar.
  • Ein optisch langes Untergesicht kann durch das vertikale Wachstum des Unterkiefers entstehen.
  • Dadurch, dass nur wenige Zähne am Kauvorgang beteiligt sind, muss das Kiefergelenk viele Kaukräfte abfangen und ausgleichen. So sind Kiefergelenksbeschwerden bei Patienten mit offenem Biss zahlreich.
  • Die Kauleistung ist stark beeinträchtigt, da das Abbeißen z.B. einer dünnen Scheibe Schinken nicht möglich ist.

Lücken

Zahnlücken können verschiedene Gründe haben. Vielleicht sind die Zähne im Verhältnis zum Kiefer zu klein und haben zu viel Platz. Oder zwischen den oberen Schneidezähnen besteht eine Lücke (Diastema). Dafür kann unter anderem ein zu straffes Lippenbändchen verantwortlich sein. Manchmal fehlen im bleibenden Gebiss Zähne, die noch nicht ersetzt wurden. Dies kann auf eine Karies oder Parodontitis zurückzuführen sein. Aber auch eine Nichtanlage von Zähnen kann vorkommen.

Diagnose und Behandlungsablauf

Von Anfang bis Ende perfekt durchgeplant

Diagnose

Das Alter spielt bei einer kieferorthopädischen Behandlung keine Rolle. Sehr wichtig dagegen ist, dass die Zähne, der Zahnhalteapparat und die Wurzeln  frei von Karies und Entzündungen sind. Bestehende Füllungen sollten vor der Behandlung kontrolliert werden. Gerne koordinieren wir alle vor der Behandlung notwendigen Schritte mit Ihrem Zahnarzt.
Haben Sie einen ersten Termin bei uns vereinbart, denke sie bitte an folgende Unterlagen:

  • Wir benötigen bei gesetzlich versicherten Patienten die Versichertenkarte.
  • Sollten aktuelle Röntgenbilder oder Modelle vorhanden sein, wäre es hilfreich, wenn Sie diese zum ersten Termin mitbringen würden. Wir können auf Wunsch aber auch die Unterlagen von Ihrem Zahnarzt oder Kieferorthopäden direkt anfordern.

Behandlungsablauf

Bei Ihrem ersten Termin erfragen wir Ihre Wünsche und Vorstellungen, bevor wir einen kieferorthopädischen Befund erheben. Dazu untersuchen wir Ihre Zähne, Zahn- und Kieferstellung, sowie die Funktion Ihres Kauapparates. Um einen detaillierten Behandlungsplan zu erstellen, bedarf es einer kieferorthopädischen Analyse anhand eines Kiefermodells und anhand von Röntgenbildern und Fotos. Diese Unterlagen können jederzeit bei uns vor Ort erstellt werden, oder werden vom Hausarzt/ Vorbehandler angefordert. Darüber hinaus werden Befunde zur Funktion der Lippen, der Zunge und der Zahnreihen erhoben und Kiefergelenksvermessungen und Untersuchungen zur Körperhaltung vorgenommen. Sie müssen sich keineswegs direkt entscheiden; wir begrüßen es sogar, wenn Sie unsere Behandlungsvorschläge gründlich überdenken, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Sollten Sie sich unsicher sein, ist ein zweiter Besprechungstermin sehr sinnvoll. Zu diesem zweiten Termin sollten Sie auch eine vertraute Person mitbringen, mit der Sie sich zu Hause noch mal austauschen können.

Beim zweiten Besprechungstermin besprechen wir mit Ihnen ausführlich die Ergebnisse unserer Auswertungen Ihrer Unterlagen und unterbreiten Ihnen einen Behandlungsvorschlag, sowie alternative Behandlungsmöglichkeiten. Wir erklären, welche Kosten von den Versicherungen übernommen werden und welche Kosten gegebenenfalls selbst übernommen werden müssen. Sollten Sie sich für eine Behandlung entscheiden, schicken wir den privat versicherten Patienten einen Behandlungsplan zur Weiterleitung an die private Krankenversicherung zu. Bei gesetzlich versicherten Patienten senden wir den Behandlungsplan zur Genehmigung direkt an die gesetzliche Krankenkasse.

Nach Genehmigung des Behandlungsplanes durch die Kassen oder nach Ihrer Einwilligung in unseren Behandlungsvorschlag kann es dann mit der Behandlung losgehen.

Die Behandlung folgt dem im Besprechungstermin festgelegten und bei der Krankenkasse eingereichten Behandlungsplan. Die Dauer der Behandlung ist sehr unterschiedlich.

An die aktive Phase der Behandlung schließt direkt die Retentionsphase (passive Behandlungsphase) an. Sie gehört aber dennoch zur Behandlung und dient dazu, die erreichten Erfolge nach der Behandlung zu erhalten. Auch wenn die Zähne nun wie gewünscht stehen finden im Zahnhalteapparat und in den Weichgeweben noch Umbauvorgänge statt. Aus diesem Grund müssen die Zähne noch eine Zeitlang stabilisiert werden.

Kiefergelenksbehandlung

Zahn- und Kieferfehlstellungen beeinträchtigen nicht nur die Ästhetik Ihres Lächelns, sie können auch die Gesamtgesundheit nachhaltig negativ beeinflussen: Oftmals führen sie zu einer Fehlfunktion im Bereich der Kiefergelenke, die wiederum weitere Beschwerden wie Gesichts- und Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden oder Haltungsschäden nach sich zieht. Ein solches Krankheitsbild wird unter dem Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst.

Die beiden Kiefergelenke sind durch den Unterkiefer miteinander verbunden. Deshalb ist bei Beschwerden immer die Untersuchung und Behandlung beider Gelenke notwendig. Das Kiefergelenk befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum äußeren Gehörgang und besteht aus dem Gelenkköpfchen (Condylus) und der Gelenkpfanne (Fossa) an der Schädelbasis. Dazwischen befindet sich eine Faserknorpelscheibe (Discus) als Puffer. Bänder (Ligamente) und Muskeln stabilisieren das Gelenkköpfchen mit dem Discus und ermöglichen die Bewegungen des Unterkiefers beim Kauen und Sprechen.

 

In unserer Praxis bedienen wir uns vorrangig der manuellen und instrumentellen Funktionsanalyse.

Ob die Strukturen im Kiefergelenk gesund oder einzelne Bereiche bereits geschädigt sind – darüber liefert die wissenschaftlich gesicherte und bewährte Methode der manuellen Funktionsanalyse den Aufschluss. Bei dieser werden sowohl die Beweglichkeit und Symmetrie der Gelenke, als auch die Belastbarkeit in Extrembewegungen überprüft. Diese umfassende Analyse macht es möglich einerseits die KFO-Therapie auf den Zustand der Kiefergelenke abzustimmen und andererseits, vor allem bei erwachsenen Patienten, die Ursachen akuter Beschwerden und Schmerzen festzustellen, Spätschäden in den Kiefergelenken und den Zahnaufhängungen vorzubeugen sowie Therapiemaßnahmen einzuleiten. Gemäß unserem ganzheitlichen Konzept betrachten wir dabei den Patienten in seiner Gesamtheit und beziehen körperinterne und äußere Faktoren in die Diagnose und Behandlung mit ein. Des Weiteren ergänzen wir die Funktionsanalyse durch Befunde anderer Spezialisten, wie Osteopathen, Orthopäden, Physiotherapeuten oder Logopäden.

 

Wann ist eine Analyse sinnvoll?

Eine kieferorthopädische Behandlung kann schon in der Jugend eine Chance sein, die Weichen für ein gutes Funktionieren der Gelenke zu stellen. Im Erwachsenenalter kann die Kieferorthopädie ein Weg sein, degenerative Prozesse und Verschleiß zu bremsen und geschädigte Strukturen zu regenerieren.

Therapie Kiefergelenkschmerzen

Je nach Ursache der Kiefergelenkschmerzen greift die Therapie in den Kauapparat ein. Meist geschieht dies mit Hilfe einer individuell gefertigten Schiene, die das Kiefergelenk entlastet und ihm die Möglichkeit gibt, frei die erholsamste Ruheposition wieder zu finden. In selteneren Fällen werden die Schmerzen und Muskelverspannungen auch medikamentös gelöst bevor eine Schienentherapie erfolgreich durchgeführt werden kann. Nicht immer liegt die Ursache für Kiefergelenkschmerzen direkt im Kiefergelenk. Viele andere Einflussfaktoren können zu muskulären Verspannungen führen und damit Schmerzen verursachen.

"Zähne zusammenbeißen und durch.”

Wer kennt diesen Spruch nicht. Viele Menschen verarbeiten in der Tat ihren Stress, in dem sie nachts mit den Zähnen knirschen oder die Zähne auf einander pressen. Dies raubt nicht nur geliebten Mitmenschen den Schlaf, sondern "geht an die Substanz”, im wahrsten Sinne des Wortes, an die Zahnhartsubstanz. Die Zähne werden mit solcher Ausdauer und Kraft aufeinander gerieben, dass sie mit der Zeit an Substanz verlieren. Die überbeanspruchte Muskulatur kann mit erheblichen Schmerzen reagieren.

Eine durchsichtige Schiene kann Abhilfe schaffen.

Kombinierte Therapie

Wenn die reine kieferorthopädische Behandlung an ihre Grenzen stößt...

Eine Kombination aus Kieferorthopädischer- und kieferchirurgischer (also operativer) Therapie kommt in den meisten Fällen nur für Erwachsene Patienten, nach vollendeter Wachstumsphase in Frage. Im Kindes- und Jugendalter sind die Gesichts- und Kieferknochen noch so nachgiebig, dass eine rein kieferorthopädische Behandlung fast immer genügt, um schiefe, zu schmale, zu lange oder zu breite Kiefer- oder Gesichtsknochen positiv zu beeinflussen und die Zahnbögen optimal zu formen.

Sind die skelettalen Abweichungen jedoch so groß, dass nur mit einer kieferorthopädischen Behandlung allein keine optimale Kaufunktion erreicht werden kann, stößt die konservative kieferorthopädische Behandlung mit ihren technischen Behandlungsmöglichkeiten an ihre Grenzen. In diesen Fällen arbeiten wir eng mit Mundkiefergesichtschirurgen zusammen.

Gemeinsam mit dem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen erstellen wir einen Therapieplan, der nach einer kieferorthopädischen Vorbehandlung eine chirurgische Umstellung der Kiefer beinhaltet. Nach der chirurgischen Operation (Behandlung) ist es in den meisten Fällen unumgänglich eine kieferorthopädische Feineinstellung vorzunehmen. Erfahrungsgemäß befreit die Kombinationsbehandlung Patienten zumeist von der Last einer Jahrzehnte lang ertragenen Kieferfehlstellung.

Schnarchtherapie

Für Kinder und Erwachsene

Schnarchen ist sehr häufig und nimmt mit steigendem Alter zu. Nahezu jeder Zweite ist betroffen. Schnarchen ist nicht nur unangenehm und für den Partner extrem störend, es kann auch die Gesundheit beeinträchtigen. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, morgendliche Kopfschmerzen, Gereiztheit, Bluthochdruck und eingeschränkte Leistungsfähigkeit können Folgen des Schnarchens sein.

Bei Kindern sind vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln und Polypen die häufigste Ursache fürs Schnarchen. Sollte Ihr Kind schnarchen, ist ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt zu empfehlen.

Bei Erwachsenen liegt die Schnarchursache oft in einem Erschlaffen der Muskulatur der oberen Atemwege. Unter bestimmten Voraussetzungen vibrieren dann das Gaumensegel und das Zäpfchen, was die typischen Schnarchgeräusche verursacht. Die Anti-Schnarchschiene (Unterkiefer-Protrusionsschiene), eine herausnehmbare Schiene für den Ober- und Unterkiefer, verhindert oder reduziert erheblich das Schnarchen.

Die Anti-Schnarchschiene besteht aus je einer transparenten Schiene für den Oberkiefer und den Unterkiefer. Beide Schienen sind derart miteinander verbunden, dass der Unterkiefer in Position gehalten oder nach vorne gezogen wird. Einer Verengung der Atemwege wird so entgegengewirkt. Die Geschwindigkeit der Atemluft nimmt ab und damit das geräuschbildende Flattern der Weichteile. Dennoch sind natürliche Kiefernbewegungen mit dieser Schienen-Art weiterhin möglich.

Nachträglich kann bei dieser Schiene die Vorverlagerung schrittweise angepasst werden, damit ein möglichst optimales Ergebnis erreicht wird.
Durch das Vorverlegen des Unterkiefers, damit auch der Weichteile, kann das Schnarchen und der Apnoeindex deutlich reduziert werden.

In der Regel erfolgt die Indikation zur Herstellung einer Anti-Schnarchschiene nach einer Diagnostik beim Schlafmediziner.

Wann ist eine Unterkiefer-Protrusionsschiene geeignet?
Da in fast allen Fällen das Schnarchgeräusch durch Verengung der Atemwege verursacht wird, ist ein Erfolg zu erwarten. Eine wissenschaftliche Studie ergab eine 96%-ige Erfolgsquote durch den Einsatz dieser Schiene. (CHEST 116:1511-1518, Dez. 99, J. Pancer et al. "Evaluation of Variable Mandibular...")

Die zierliche Ausführung des hier gezeigten Modells behindert die Mundatmung nicht.
Bei erheblicher Dickleibigkeit ist ein guter Erfolg der Behandlung jedoch fraglich. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 nimmt die Wirkung zunehmend ab.

Besteht der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, sollte die mögliche Wirksamkeit einer solchen Zahnschiene zunächst in einem Schlaflabor beurteilt werden.   

Die Kosten der Therapie mit der Unterkiefer-Protrusionsspange (Anti-Schlafschiene) werden in der Regel von den Krankenkassen unter Verweis darauf, dass es sich um eine neuartige Behandlungsmethode handelt, für die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) noch keine Empfehlung gegeben hat, abgelehnt.

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